Ausflug zu Hrad Kunětická Hora

Die Burg Kunetice ist eine der wenigen mittelalterlichen Burgen in der Region Pardubicky Kraj und einer der höchsten Punkte, da es sich um eine ziemlich flache Region handelt. Die Burg ist von der Stadt aus gut sichtbar, und in einigen Büros im Stadtzentrum kann man sie aus dem Fenster sehen, wenn man aus dem Fenster schaut. Der ursprüngliche Bau aus dem 14. Jahrhundert wurde in den Jahren 1491 - 1548 unter der Herrschaft der Familie Pernstein zu einer zweitürmigen Burg mit Wehranlage umgebaut. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Burg von schwedischen Truppen schwer beschädigt und erst in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde sie nach einem Projekt von Dušan Jurkovič teilweise rekonstruiert. Heute ist sie eine bekannte Sehenswürdigkeit. 


Von Pardubice aus gibt es zwei mögliche Wanderrouten: eine 9 km lange Route entlang des malerischen Elbufers oder eine direktere 7 km lange Route durch die Natur. Beide können zu einer schönen Rundtour kombiniert werden oder man wandert eine der beiden Routen in eine Richtung und fährt mit dem Bus zurück nach Pardubice. Beide Routen verlaufen bis zum Kunětická hora völlig eben auf guten Wanderwegen. Der 100 m lange Aufstieg auf den Berg erfolgt ebenfalls auf einem guten Weg. An den beiden Zugängen auf den Berg gibt es mehrere Möglichkeiten zur Einkehr sowie einen Imbiss direkt auf dem Burghof.




Wir trafen uns morgens in Pardubice unweit des Flusses und begannen unsere Wanderung. Zuerst führte der Weg durch die Felder. Von hier aus konnte man die Burg schon viel besser sehen. Die Landstraße führte durch den Ort und an Privathäusern vorbei. Dann wurde der Weg steiler. Wir fuhren den Berg hinunter und überall um uns herum waren Bäume, grüne Blätter und manchmal Wege. Es war wunderschön und fühlte sich wie eine Herausforderung an, die sich später lohnen würde. Wir fuhren weiter und leider wurde meiner Freundin schlecht. Sie musste sich an einem Baum festhalten und konnte kaum atmen. Normalerweise hat sie keine Atemprobleme, aber jetzt war es, als hätte sie einen kleinen Anfall, weil wir zu schnell und zu hart gelaufen sind. Wir hatten auch kein Wasser, kein Essen und waren immer noch unterwegs. Ich ging los, um Hilfe zu holen und Wasser zu finden. Sie blieb unter dem Baum sitzen. Der Weg führte weiter oben über die Landstraße und ich ging den Hügel hinunter. 




Oben sah ich, dass der Weg bald zu Ende war und man wieder auf die Landstraße ins Tal kam. Ein Holzschild wies auf ein 300 Meter entferntes Café hin. Es war noch nicht zu sehen, aber als ich es von oben sah, war es da. Das Café war ein Wohnwagen und stand direkt im Tal. Neben dem Wohnwagen war eine kleine Holzterrasse mit Gartentischen und Stühlen. Als ich näher kam, begrüßte mich ein freundlicher Mann, der sofort merkte, dass ich wohl Spanisch sprach. Er selbst sah aus wie ein Amerikaner, obwohl er Tscheche war.  Ich erzählte ihm, dass meiner Freundin schlecht geworden und sie oben geblieben sei. Ich zählte die Münzen, die ich in meiner Tasche gefunden hatte, und es reichte gerade für eine Flasche Wasser. Das Café hatte keine Kartenzahlung, aber die Aussicht war wunderschön und es gab eine Terrasse, auf der man in Ruhe einen Kaffee trinken konnte. Wie schön! Ja, manchmal gibt es glückliche Gründe, eine kleine Pause einzulegen und sich zu stärken.


Bald waren wir auf dem Berg und sahen schon die Burg vor uns. Wir mussten noch ein Stück hinauf zur Burg und dort fanden wir ein massives Holztor mit Metallbeschlägen, das offen stand. Wenn man hineingeht, sieht man, wie massiv und stark die Mauer ist, die um die Burg herum gebaut wurde. Man kommt direkt in den Innenhof. Im Inneren befinden sich ein kleiner historischer Souvenirladen und ein Restaurant, beide an der Mauer. Hier kann man sich erfrischen oder in Ruhe essen. Wir gehen schnell weiter und schauen uns alles an. Etwas weiter vorne hat man einen schönen Ausblick auf die Landschaft des Pardubicky Kraj. Die Ruinen stimmen mich nachdenklich. Ich sitze auf den Steinen und überlege, wohin meine Reise jetzt gehen soll. Meine vergangenen Erlebnisse waren überall um mich herum, aber sie schienen nicht mehr so wichtig zu sein. Irgendwo war meine Heimat geblieben. Mit meiner Heimat war ich noch lange nicht fertig. Plötzlich tauchte ein Bild aus meinem Büroalltag in Pardubice auf. Ich hielt inne und erzählte meiner Freundin von ihren Plänen für diese Woche. Sie fand sich in deinem Büroalltag wieder. Wir waren zwei Büromädchen, die beschlossen hatten, am Wochenende in die Berge zu fahren, und jetzt standen wir da, fühlten uns wohl, waren zufrieden. Ich wünschte ihr alles Gute. Und sie mir alles Gute. Bald machten wir uns auf den Weg ins Tal und waren schon auf dem Weg in die Stadt. Unten im Tal gab es noch ein größeres Restaurant, es war voll und hatte einen schönen Hof. Das Fleisch wurde über offenem Feuer gegrillt. Überall war so viel Grün und die Landschaft war einfach schön. Etwas weiter die Straße runter war eine Bushaltestelle, da haben wir uns hingesetzt und auf den Bus gewartet. Wir haben fast den ganzen Tag dort verbracht und jetzt sind wir endlich nach Hause gefahren.


https://www.elberadweg.de/Poi/burg-kunetice-berg/